Krypto-Assets in der Hochkonjunktur: Die Zukunft der Portfoliodiversifizierung?

In den letzten Jahren ist der Aufstieg von Krypto-Assets von einer Nischeninvestition zu einer vielversprechenden und profitablen Anlageklasse unbestreitbar. Insbesondere 2021 war mit Blick auf die Marktkapitalisierung von Bitcoin mit 1 Mrd. USD ein starkes Jahr für den Krypto-Asset-Markt. Bei seiner Einführung war dies unvorhersehbar, gar undenkbar. Außerdem stieg der NFT-Markt um das 220-fache an, bis er mit dem Handelsvolumen des traditionellen Kunstmarktes konkurrierte. Zu alle dem hatte El Salvador genug Vertrauen in die Währung Bitcoin, um den Vermögenswert als gesetzliches Zahlungsmittel einzuführen. Nichtsdestotrotz gab es im Jahr 2021 auch einige Rückschläge für Kryptowährungen. Beispielsweise hat China Krypto-Assets gänzlich verboten. Weltweit wurden verschiedene Bedenken hinsichtlich der Risiken, der Nachhaltigkeit und der Transparenz zu dieser Anlageform geäußert ­­­­­­­­­­­–­­­­ diese Debatte hat sich auch auf globale Giganten wie Tesla ausgeweitet.

Es ist klar, dass wir an der Schwelle zu einer monumentalen Ära stehen, Anleger und ihre Regulatoren können die Verbreitung dieser Anlageklasse nicht mehr ignorieren. Angesichts der bedeutenden Rolle Luxemburgs als globaler Finanzinnovator und dem Anspruch diesem gerecht zu werden, ist es von entscheidender Bedeutung, dass der lokale Markt mit den neuen Entwicklungen Schritt hält und sich entsprechend anpasst. Dahingehend analysiert dieser Artikel das stetig wachsende Potenzial von Krypto-Assets in Luxemburg. Diesbezüglich werden Fragen im Hinblick auf die weitere Entwicklung und den damit verbundenen Chancen und Risiken beantwortet.

Krypto-Assets verzeichnen exponentielles Wachstum in den letzten Jahren

Angesichts der eingangs behandelten, wachsenden Bedeutung ist es nicht verwunderlich, dass institutionelle Anleger großes Interesse an Krypto-Assets gezeigt haben. Die Grundlage liefert die Ansicht, dass diese innovative Anlageklasse eine Quelle für exponentielles Wachstum und Diversifizierung sein kann. Zu Ende 2021 waren rund 56 % der institutionellen Anleger in gewissem Umfang in digitalen Vermögenswerten etabliert. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Bereitschaft in Kryptoanlagen zu investieren um 15 %. Dies reflektiert das stetige und scheinbar unaufhaltsame Wachstum der globalen Kryptowährung-Investmentfonds in den letzten Jahren wieder. Die Recherche von PwC-Analysten kommt zu dem Ergebnis, dass die globalen Krypto-Vermögenswerte zwischen 2016 und 2021 mit einem CAGR von 172 % von 200 Mio. USD auf fast 60 Mrd. USD gewachsen sind. Gleichzeitig hat die Marktkapitalisierung von Kryptowährungen von 20 Mrd. USD zu Jahresbeginn 2017 auf über 3 Bio. USD zu Ende 2021 zugenommen.

Kryptowährung-Investmentfonds insgesamt, AuM und Marktkapitalisierung (in Mrd. USD)

Quelle: Crypto Fund Research

Da die Anlageklasse weiterhin wachsendes Interesse der Anleger erfährt, beginnen Vermögensverwalter, ihre Portfolios und Produktpaletten zu überdenken. Ein Report zu einer internationalen Umfrage unter 600 Vermögensverwaltern von Knight Frank Wealth aus dem Jahr 2022 zeigt auf, dass fast jeder fünfte UHNWI-Kunde inzwischen in Kryptowährungen[1] investiert ist. Dieser zwar recht geringe Wert war vom Markt antizipiert. Die Grundlage für das geringe Anlagevermögen ist die Anfälligkeit des Kryptomarktes für Risikomanagementansätze und unklare regulatorische Richtlinien. Diese beruhen auf seinen noch jungen Lebensjahren. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Anteil der Krypto-Assets in Fonds nach wie vor gering ist: Insgesamt halten 39 % der Fonds weniger als 10 Mio. USD an AuM., dabei werden 25 % von nur fünf Akteuren verwaltet.

Krypto-Assets stehen vor großen Herausforderungen, bieten aber auch enorme Chancen

Wie bei jeder neuen Anlageklasse bringt die Investition in Kryptoanlagen sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich. Die wichtigste und relevanteste betrifft den Energieverbrauch. Während dies in den Anfängen keine große Herausforderung darstellte, sind wir nun an einem Punkt angelangt, an dem allein das Bitcoin-Mining 0,45 % des weltweiten Stromverbrauchs[2] ausmacht. Dieser Wert entspricht in etwa dem Verbrauch von Ländern wie Belgien und Chile. Jüngste Versuche von einem Proof-of-Work zu einem Proof-of-Stake umzustellen, haben das Ziel den Energieverbrauch auf einen Bruchteil des momentanen Wertes um 99 % zu reduzieren.

Die zweite Herausforderung stellt das generelle Risiko dieser Anlageklasse dar. In der Vergangenheit waren Kryptowährungen aufgrund ihrer Volatilität und der fehlenden Unterstützung durch die Zentralbanken für risikoscheue Anleger nur geringfügig attraktiv. Zudem hat sich die Kritik aufgrund von illegaler Nutzung dieser Anlageklasse für Geldwäscheaktivitäten in Verbindung mit dem Fehlen einheitlicher und klarer Vorschriften zum angemessenen Schutz von Anlegern verstärkt. Folglich haben sich die Bedenken der Akteure hinsichtlich der Geldwäschebekämpfung im Finanzsektor vertieft.

Die unklare und fragmentierte Regulierungslandschaft begünstigt nicht nur Geldwäscheaktivitäten, sondern bietet den Anlegern keinen mit anderen Anlageklassen vergleichbaren Schutz. Dies stellt das dritte Hindernis für den weiteren Aufschwung von Kryptoanlagen dar. Dem einhergehend hat das Fehlen eines stabilen und homogenen Regulierungsrahmens dazu geführt, dass verschiedene Länder versuchen, unterschiedliche Auslegungen der bestehenden Regulierung auf die neue Anlageklasse umzulegen. beziehungsweise umzusetzen. Dies könnte zu einem First-Mover-Vorteil schaffen. Beispielsweise haben Länder wie die Schweiz, Deutschland und das Vereinigte Königreich bereits gesetzliche Vorschriften hinsichtlich Kryptoanlagen ratifiziert. Dies ermöglicht diese Anlageklasse für Anleger durch klare Regulierung einfacher zugänglicher zu machen. Gegensätzlich haben andere Länder wie Indien und China drastische Maßnahmen ergriffen, um die Nutzung und Verfügbarkeit der aufstrebenden Anlageklasse einzuschränken.

Da es sich bei Kryptowährungen um eine neue und innovative Anlageklasse handelt, benötigen die Regulierungs- und Steuerbehörden noch mehr Zeit, um einen gemeinsamen und einheitlichen Regulierungsrahmen für den europäischen Markt zu erarbeiten und zu formulieren. Derzeit wird über die Verabschiedung und Einführung der MiCA-Verordnung (Märkte in Krypto-Assets) diskutiert und beraten. Diese muss den hohen Erwartungen zu einen kohärenten und übergreifenden Regulierungsrahmen für Kryptoanlagen gerecht werden. Dabei steht vor allem der Anlegerschutz im Mittelpunkt und soll verdoppelt werden. Jedoch bleibt abzuwarten, inwieweit diese Initiative dazu beitragen wird, die mit den Kryptomärkten verbundenen Risiken zu mindern.

Den oben genannten Herausforderungen zum Trotz gibt es immer noch bedeutende Wachstumschancen für institutionelle Anleger. Vor allem die Tatsache, dass die Blockchain-Technologie, auf der Kryptoanlagen basieren, ein entscheidender Wachstumstreiber ist. Genauer gesagt liefert diese den innovativen Zukunftsgedanken der Anlageklasse. Im Detail führt das Fehlen intermediärer Vertreter und die Notwendigkeit einer unabhängigen Validierung zu einer potenziellen Senkung der Transaktionsgebühr. Durch die „Blöcke“ der Blockchain geschaffenen Verbindungen werden sichere, nachvollziehbare und schnelle Transaktionen gewährleistet. Diese Merkmale stellen einen massiven Vorteil gegenüber traditionelleren Vermögenswerten dar. Im Speziellem bildet dies die Grundlage für ein schnelles und disruptives Wachstum. Neben all diesen Vorteilen macht die zunehmende Attraktivität für jüngere Anlegergenerationen einen Anstieg des Anlegerinteresses an Krypto-Assets in den kommenden Jahren sehr wahrscheinlich. Dadurch werden Krypto-Assets für einen Vermögensverwalter als Teil der Produkt- und Portfoliostrategie unausweichlich.

Der institutionelle Wandel hin zu Krypto-basierten Investitionen: Kurzfristiger Trend oder Paradigmenwechsel?

Generell wird es immer deutlicher, dass der Anstieg der Krypto-Assets zu einem großen Teil auf das Interesse der Kleinanleger zurückzuführen ist. Durch das Fehlen einer anlageklassenspezifischen Regulierung und die wachsende Popularität und Förderung des Themas wird dieser Umstand begünstigt. Bei den institutionellen Anlegern scheinen der weitere Aufschwung und die Verbreitung von Krypto-Assets jedoch von einer Mischung aus Enthusiasmus und Unsicherheit geprägt zu sein. Die Ergebnisse einer PwC-Umfrage zu Krypto-Assets verdeutlichen dies: einerseits glauben 61 % der institutionellen Anleger fest an die Einführung von Krypto-Assets als strategische Priorität für ihre Portfolios in den nächsten Jahren. Von diesem Wert ausgehend, betrachten 18 % Krypto-Assets bereits als Priorität und 43 % erwarten, dies innerhalb der kommenden zwei Jahre. Entgegengesetzt glaubt mehr als ein Drittel (39 %) nicht an die kurzfristige, strategische Priorität von Krypto-Assets. Einerseits ist dies sehr wahrscheinlich auf die derzeitige Anlegernachfrage zurückzuführen, die von 74 % der Befragten als begrenzt oder nicht vorhanden beschrieben wird. Andererseits bieten die anhaltenden Bedenken hinsichtlich der mangelnden regulatorischen Aufsicht und des Risikos der Anlageklasse eine gute Argumentationsgrundlage für diese durchaus negative Sichtweise.

Vermögensverwalter betrachten Krypto-Assets als strategische Priorität

 

Quelle: PwC Market Research Centre

Angesichts des beispiellosen Anstiegs von Krypto-Vermögenswerten in den letzten Jahren kann man jedoch davon ausgehen, dass sich die AWM-Branche anpassen wird oder gänzlich muss. Zudem müssen zunehmende Möglichkeiten und Investitionen im Anlagespektrum der Kryptoindustrie einbezogen werden, insbesondere getrieben durch die steigende Nachfrage institutioneller Anleger. 70 % der befragten Vermögensverwalter teilen diese Ansicht und geben die Befriedigung der Kundennachfrage als Hauptgrund für die aktuelle und antizipierte Entwicklung von Krypto-Asset-Produkten und -Dienstleistungen an.

Damit diese Entwicklung von Krypto-Assets über Kleinanleger hinaus zu institutionellen Anlegern voll zum Tragen kommt, müssten Unregelmäßigkeiten und mangelnde Einheitlichkeit hinsichtlich der Regulierung von Krypto-Assets überwunden werden. In den meisten europäischen Ländern, behindert das Fehlen angemessener und gemeinsamer regulatorischer und rechtlicher Richtlinien die weitere Verbreitung von Investitionen in diese Anlageform. In der Tat unterstreichen die Umfrageergebnisse von PwC dies: 37 % der Vermögensverwalter sind der Ansicht, dass das Fehlen klarer Vorschriften ein wesentliches Hindernis für die Einführung von Kryptoanlagen darstellt, während 35 % auf das Fehlen eines förderlichen Rechtsrahmens zurückführen. Es kann davon ausgegangen werden, dass die zunehmenden Bemühungen für eine ausreichende Regulierung der Kryptomärkte Investitionen in Kryptoanlagen in mehr Ländern – möglicherweise in der gesamten EU – vorantreiben werden.

Diese Verlagerung hin zu institutionellen Anlegern setzt voraus, dass alle Akteure der Branche verstehen, warum Krypto-Assets als praktikable Anlagestrategie positiv zu sehen sind. In diesem Zusammenhang zeigt die PwC-Umfrage, dass 77 % der Vermögensverwalter die Diversifizierungsvorteile als attraktivste Eigenschaft von Kryptowährungen ansehen. Für 38 % ist die Eigenschaft der Kryptowährungen zur Inflationsabsicherung das zweite Hauptaugenmerk. Damit wird klar, dass die Kryptowährungen in der Wahrnehmung vieler Menschen eine Rolle spielen, gar als praktikables und innovatives Mittel zur Begrenzung des inflationären Einflusses eines Portfolios angesehen werden.

Hauptgründe der Vermögensverwalter für die Berücksichtigung von Krypto-Assets

Quelle: PwC Market Research Centre

Doch das ist nicht die ganze Geschichte. Obwohl Krypto-Assets derzeit für ihre Diversifizierungsvorteile gelobt werden, wird diese Ansicht nicht von allen Sektoren innerhalb der Finanzlandschaft gleichermaßen geteilt. Die Ergebnisse der PwC-Umfrage zeigen, dass das Potenzial von Kryptowährungen von den Branchenteilnehmern unterschiedlich eingeschätzt wird. So gibt es deutliche Unterschiede zwischen der eher skeptischen Sichtweise der Segmente Asset and Wealth Management und Fondsverwaltung. Dem gegenüber gestellt ist die zustimmende Haltung von Verwahrstellen, Rechtsdiensten und anderen Vermögensverwaltern. Letztere betrachten diese Anlageklasse als vorteilhafte Ergänzung einer Anlagestrategie. Aus Sicht der Geschäftssegmente scheinen die Verwahrungsdienste und das Private Bankwesen am besten für ein verstärktes Engagement in dieser Anlageklasse geeignet zu sein. Von den Befragten aus den beiden Sektoren, halten 78 % der Verwahrstellen und 59 % der Privatbanken ihre Segmente als den attraktivsten Weg für die künftige Integration von Krypto in die Finanzbranche.

Finanzdienstleister sehen das Potenzial von Krypto-Assets aus einer strategischen Perspektive

Quelle: PwC Market Research Centre

Angesichts dieser Divergenz ist es vielleicht nicht überraschend, dass nur 28 % der Befragten erwarten, dass Krypto-Assets einen signifikanten Einfluss auf ihr Geschäft haben werden. Dies deutet auf die Tatsache hin, dass es mehr benötigt, um Krypto-Assets innerhalb der Investmentlandschaft zu etablieren. Zum jetzigen Zeitpunkt kann die Entwicklung als formidabler und tief verwurzelter Trend angesehen werden. Diese Ansicht wird durch die Tatsache gestützt, dass nur 4 % der Befragten in den nächsten zwei Jahren mit einer raschen und breiten Einführung von Kryptowährungen in der traditionellen Wertschöpfungskette der Vermögensverwaltung rechnen. Dahingehend erwägen 41 % im gleichen Zeitraum eine eher schrittweise Einführung. Für 33 % der Befragten sind die nächsten fünf Jahre ein plausiblerer Ausblick, um die weitere Verbreitung von Kryptowährungen unter institutionellen Anlegern genau zu analysieren. Letztlich sind sich alle Seiten einig, dass eine stetige und sukzessive Entwicklung erforderlich ist, um Krypto-Assets bei institutionellen Anlegern erfolgreich zu konstituieren. Allerdings ist dies weitestgehend von einer erhöhten Nachfrage und den Fortschritten in der Regulierung abhängig.

Sicht von Anlagemanagern auf die Entwicklung von Krypto-Assets in Luxemburg

Quelle: PwC Market Research Centre

Die Zukunft von Krypto-Assets: Nächste Schritte

Obwohl auf dem luxemburgischen Markt eine gewisse Skepsis aufgrund der mangelnden Nachfrage nach Krypto-Assets und der regulatorischen Herausforderungen fortbesteht, entwickelte sich unter den Akteuren der Branche ein wachsender Konsens. Dieser behandelt die Tatsache, dass die Anlageklasse eine herausragende Rolle in der Zukunft des Landes spielen kann. Hierbei sprachen sich 89 % der Befragten dafür aus, dass Luxemburg eine aktivere Haltung bei der Förderung von Krypto-Assets einnehmen sollte. Für diese signifikante Mehrheit hängt die potenzielle Verbreitung von Kryptowährungen davon ab, dass ihre Attraktivität als innovativer Diversifikator erhalten bleibt. Allerdings sollte der Mangel an geeigneten Regelungen schnellstmöglich behoben werden. Als ein Land, das immer wieder als Innovator für finanzielle Weitsicht fungiert hat, hängt der Erfolg Luxemburgs bei der Bewahrung dieser Dichotomie ab. Genauer gesagt, Luxemburg muss seine Fähigkeit auf neue Trends aufzuspringen und gleichzeitig seinen vorhandenen regulatorischen Rahmen nutzen, um diese neuen Produkte erfolgreich in den Markt einzuführen. Nur so kann der Übergang von einer spekulativen Neuheit zu einer diversifizierenden, lebensfähigen Anlageklasse für Kryptowährungen ermöglicht werden.

Ein entscheidender Teil des Plans ist, die Stärken Luxemburgs – die bestehende Infrastruktur und der regulatorische Rahmen – in einer dreistufigen Strategie auszuspielen. Die erste Ebene ergibt sich aus dem Dialog mit den Marktteilnehmern. Durch den im November veröffentlichten Leitfaden zu virtuellen Vermögenswerten (aktualisiert im Januar 2022) und die Veröffentlichung für Kreditinstitute im Dezember 2021 hat die CSSF erste Schritte in diese Richtung unternommen. Obwohl diese ersten Maßnahmen den richtigen Kurs haben, steht Luxemburg immer noch hinter Ländern wie dem Vereinigten Königreich, Deutschland und der Schweiz. Genannte Wirtschaftsmächte haben bereits Vorschriften und weitere Rahmenbedingungen erlassen. Mit dieser Herausforderung verbunden ist auch der Bedarf an einer weiteren Klärung des bestehenden rechtlichen und regulatorischen Rahmens. Diesbezüglich gaben 40 % der Umfrageteilnehmer den Mangel an klarem Verständnis als wesentliches Hindernis für die Förderung von Krypto-Assets im Land an. Dies verdeutlicht, dass der Diskus aller Marktteilnehmer sowohl dem Kryptomarkt als auch dem luxemburgischen Finanzmarkt dient. Im Detail soll man sich gemeinsam den Herausforderungen stellen, und klare Regelungen schaffen.

Die zweite Ebene beschreibt die Bereitstellung einer klaren Kommunikation und detaillierten Leitlinien. Diese trägt dazu bei, den Zusammenhalt zwischen den Akteuren zu stärken und eine zeitnahe und genaue Bewertung der aktuellen und zukünftigen Märkte zu ermöglichen. Ausgehend von einer Reihe bemerkenswerter öffentlicher Organisationen, die sich um die Förderung der Innovation im Land bemühen, hat Luxemburg die Fähigkeit, als herausragenden Nährboden für die Zusammenarbeit im Kryptobereich zu dienen. Die Ausweitung von Initiativen könnte ein geeignetes Mittel sein, um eine bessere Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Akteuren zu fördern und die Akzeptanz von Krypto-Assets durch die Branchenteilnehmer zu erhöhen. Der öffentlich-private Lenkungsausschuss, welcher gezielte Investitionen im Land beaufsichtigen soll, dient hier als Beispiel.

Angesichts der Wissenslücken bei unerfahrenen, aber auch erfahrenen Anlegern in Bezug auf die Blockchain Technologie, ist dies die Grundlage für die dritte Ebene. Hierbei soll exzessive Förderung von finanzieller Allgemeinbildung in Form eines umfassenden Bildungsplanes Missverständnisse beseitigen und Klarheit über die Technologie schaffen. Die Notwendigkeit dieser Ebene wird dadurch unterstrichen, dass nur 15 % der von Fidelity Digital Assets befragten Kryptoanlegern der Ansicht sind, ein klares Verständnis über den Wert und das Potenzial von Kryptoanlagen zu haben. Mit vorhandenen Initiativen, wie beispielsweise LetzFi, ist Luxemburg gut positioniert ein weitgefächertes Programm zur Verbesserung des Finanzwissens und den Fähigkeiten von Anlegern einzuführen. Dieses könnte speziell Bereiche wie Krypto-Assets, Nachhaltigkeit und Cybersicherheit adressieren, um die vorhandene Wissenslücke angemessen zu schließen. Die Umsetzung dieses Planes würde nicht nur den Akteuren der Branche ein gewisses Maß an Sicherheit vermitteln, sondern auch die Anleger in ihren Aktionen bestärken. Erst genannte sind hinsichtlich der fehlenden Regulierung von Krypto-Assets besorgt, was wiederum die obengenannten Herausforderungen reflektiert. Ausgedehnt kann dieser Wissenstransfer ein Wachstum von Krypto-Assets über die Schwelle der Kleinanleger hinaus ermöglichen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der inhärente Wert und das Wachstumspotenzial von Krypto-Assets zwar von allen anerkannt werden, das Tempo der Akquise und der Akzeptanz innerhalb der Finanzlandschaft – besonders bei institutionellen Anlegern – in naher Zukunft aber weiterhin schwanken wird. Diesbezüglich spielt das Überwinden der zunehmenden regulatorischen und wahrnehmungsbezogenen Hindernisse eine Schlüsselposition. Letztlich wird das Ausmaß und die Genauigkeit beim Auflösen dieser strukturellen Herausforderungen über die Zukunft der aufkeimenden und revolutionären Branche Krypto entscheiden.

 

 

13. Oktober 2022

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[1] Krypto-Anlagen: Anlagenmarkt, bestehend aus digitalen Vermögenswerten https://www.ft.com/content/51e207fa-8ecb-4068-82f9-74a789375524
[2] Cambridge Bitcoin-Stromverbrauchsindex (Stand: November 2021)

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Autor

Dariush Yazdani

Dariush Yazdani leitet das AM Market Research Centre innerhalb von PwC Luxembourg. Er verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Finanzdienstleistungsbranche und hat verschiedene Forschungs- und Thought-Leadership-Studien geleitet und war zudem in der strategischen Beratung von Kunden tätig.

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