5 Wege um jetzt mit Staatsanleihen Mehrwert zu schaffen

Gibt es heutzutage eine Staatsanleihenstrategie, die Ihnen auskömmliche Erträge liefert, in schwierigen Marktphasen Rückgrat zeigt und bei Bedarf liquide ist? Die Antwort ist ein klares „Ja“, wenn man die Anlageklasse aus dem richtigen Blickwinkel betrachtet.

Attraktive Zinskupons weiterhin in Emerging Markets zu finden

Schaut man sich die globale Landschaft für Staatsanleihen an, gibt es tatsächlich noch eine Region, in der man Zinskupons nicht mit der Lupe suchen muss: Es grüßen die Emerging Markets (EM), die rund 20% des globalen Staatsanleihenvolumens stellen. Eine besonders attraktive Verzinsung weisen Staatsanleihen auf, die in der hiesigen Landeswährung notieren. Darin liegt allerdings die Krux für viele Anleger: falsches Währungsmanagement erhöht das Risiko, die attraktiven EM-Zinsgewinne wieder zu verlieren.

Keine Scheu vor Währungen: Komplementäreffekt gegenüber Zinsen nutzen

Steigende Inflationserwartungen aufgrund verbesserter globaler Wachstumsaussichten werden traditionell als Gift für ein Rentenportfolio angesehen. Das ist allerdings nur der Fall, wenn alle Währungsrisiken weggesichert werden, da höhere Zinsen auf viele Währungen einen positiven Effekt ausüben können. Insbesondere ein Engagement in Währungen von Ländern, die eine hohe Korrelation zum Rohstoffzyklus und zum globalen Wachstum aufweisen, ist eine gute Möglichkeit, um einem Zinsanstieg Paroli zu bieten.

Richtiges Währungsmanagement geschieht durch die Euro-Brille …

Für einen in Euro denkenden Investor haben sich die marktüblichen Ansätze für EM-Währungsmanagement als suboptimal erwiesen. Denn im Gegensatz zum US-Dollar – durch dessen Brille die meisten EM-Währungsprodukte gemanagt werden –  bewegt sich der Euro oftmals sehr ähnlich wie ein Großteil der EM-Währungen und neigt zu Stärke, wenn globales Wachstum und die Auslandsnachfrage anziehen. D.h. wenn Anleger auf gutes EM-Wachstum und EM-Währungsstärke setzen, kann ein Höhenflug des Euros zu Performanceverlusten führen. Eine breite Streuung des Portfolios über möglichst viele EM-Währungen hilft in diesem Fall nicht, sondern nur eine großflächige Sicherung des Euro/US-Dollar Wechselkursrisikos. Allerdings kann eine solche Sicherung auf Dauer auch nach hinten losgehen. Denn wenn sich das Blatt wendet und der Euro schwächelt, führt dies zu einem positiven Performanceschub, der dann ausbliebe. Gutes Währungsmanagement muss daher explizit aus dem Blickwinkel der Basiswährung Euro geschehen.

… und mit Blick nach China

EM-Währungsrisiko, das rein länderspezifischer Natur ist, kann durch Streuung und/oder Selektion minimiert werden. Allerdings stecken auch systematische Treiber hinter EM-Währungsbewegungen. Beispiel: Eine Rohstoffbaisse drückt tendenziell die Währungen aller EM-Rohstoffexporteure. Eine gleichzeitige Sicherung vieler EM-Währungen ist allerdings sehr kostspielig. Eine Sicherung mit liquiden Proxy-Währungen, die sich ähnlich verhalten, aber niedrigere Sicherungskosten aufweisen, ermöglicht es, sich in einem solchen Umfeld auf die positiven Effekte der Rentenseite zu konzentrieren. Um EM-weite Trends vorzeitig zu erkennen berücksichtigt unser Konzept Impulse aus der chinesischen Wirtschaft, da China als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und wichtiger Partner für Handel und Investitionen zum Tonangeber für die EM-Welt avanciert ist. Wir paaren eine Anleihenselektion staatlicher und supranationaler Emittenten mit durchschnittlichem Investment Grade Rating (und einer Fälligkeitsrendite von ca. 4%+ p.a.) mit einer dauerhaften Währungssicherung gegenüber Euro in Höhe von mindestens 70% des Portfolios. Die dynamische Auswahl der Sicherungswährungen wird durch quantitative makroökonomische Modelle gestützt. Diese Kombination ermöglicht es uns, gleichzeitig sowohl länderspezifische Währungsrisiken (über die Selektion) als auch systematische Währungstreiber (über die Proxy-Währungssicherung) anzugehen.

Strategische Beimischung von Liquidität und Extremschutz

Abgerundet wird die Strategie mit einer expliziten Liquiditätsreserve, um typischen EM-Liquiditätsspitzen zu begegnen. Eine Prise Schutz gegen extreme Ereignisse erfolgt in Form von Gold. Das Ergebnis: Ein historischer Ertrag von rund 8% p.a. mit einer Volatilität von unter 6%, einer negativen Korrelation zu europäischen Aktien und US High Yield sowie einem Shortfallrisiko ähnlich zu US Treasuries oder Bundesanleihen. Kann man da wirklich noch behaupten, dass mit Staatsanleihen heutzutage kein Mehrwert mehr zu schaffen ist?

Was denken Sie? Eine Anlage in EM-Währungsanleihen…

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31. März 2021

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Zusammengefasst
  • Staatsanleihenstrategie mit rund 4% p.a. Fälligkeitsrendite, durchschnittlichem Investment Grade Rating und negativer Korrelation zu europäischen Aktien und US High Yield
  • Kombination aus a) EM-Währungsanleihen, b) einer Liquiditätsreserve & Extremschutz und c) einer dauerhaften mindestens 70%igen Währungssicherung ggü. Euro
  • Währungsmanagement erfolgt durch die Euro-Brille mit Blick nach China
Autor

Tamara Trinh

Tamara Trinh, CFA, ist geschäftsführende Gesellschafterin der Fondsboutique MakroWerk Investment Management. Seit über zwei Jahrzehnten ist sie beruflich im Bereich Emerging Markets unterwegs. Als Asien-Volkswirtin bei der Deutschen Bank veröffentlichte sie Studien, die in der Presse- und Fachwelt zitiert wurden. 2007 kam der Wechsel zum aktiven Portfolio-Management für EM-Währungen und Zinsen für Asset Manager in Zürich und Frankfurt am Main. 2019 erreichte sie in einer Umfrage unter 600+ Markteilnehmern den 2. Platz als „Most Astute Investor in Asian Local Currency Bonds“ mit Sitz außerhalb Asiens.

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