Über Jahre galt die negative Korrelation von Aktien und Anleihen als Fundament klassischer Multi-Asset-Portfolios. Die jüngeren Marktphasen – geprägt durch geopolitische Risiken, Inflationsschocks und abrupt veränderte Zinsregime – haben dieses Gleichgewicht immer wieder durchbrochen. Perioden, in denen beide Anlageklassen gleichzeitig unter Druck geraten, sind häufiger geworden. Vor diesem Hintergrund richtet sich der Blick vieler Anleger verstärkt auf Bausteine, die unabhängig von traditionellen Marktbewegungen Erträge liefern können.
Warum Multi-Asset heute anders gedacht werden muss
Diversifikation bleibt auch heute essenziell, doch ihre Mechanik hat sich verändert. Statische Mischverhältnisse greifen zu kurz, wenn Korrelationen volatiler werden und Marktregime schneller wechseln. Moderne Multi-Asset-Lösungen setzen daher zunehmend auf flexible Allokationsmodelle sowie Komponenten, die nicht primär von Marktrichtung oder Beta abhängen.
Absolute-Return-Ansätze können hier eine wichtige Rolle spielen: Sie nutzen Chancen in steigenden wie fallenden Märkten und weisen in der Regel geringere Überschneidungen mit klassischen Long-only-Portfolios auf.
Wie robuste Ertragsquellen heute entstehen
Stabilität entsteht zunehmend durch das Zusammenspiel aus Alpha- und Beta-Bausteinen.
Auf der Alpha-Seite stehen marktneutrale Long/Short-Ansätze, makroorientierte Strategien oder quantitative Modelle. Sie zielen darauf ab, Ineffizienzen unabhängig von Marktbewertungen zu nutzen. Die Beta-Komponenten bilden weiterhin die strukturelle Basis, etwa durch Investment-Grade-Anleihen, Fallen Angels oder gezielte Durationspositionen.
Je geringer die gegenseitigen Abhängigkeiten dieser Elemente sind, desto robuster zeigt sich das Gesamtportfolio in unterschiedlichen Marktphasen.
Liquide Absolute-Return-basierte Multi-Asset-Lösungen
Liquidität, Transparenz und tägliche Bewertung bleiben für viele Investoren zentrale Kriterien. OGAW-konforme Absolute-Return-Fonds verbinden alternative Ertragsquellen mit der operativen Planbarkeit klassischer Fondsstrukturen. So erhalten Anleger Zugang zu marktneutralen und taktischen Strategien, ohne auf hohe Liquidität verzichten zu müssen.
Korrelation neu gedacht
Das Ziel moderner Multi-Asset-Architekturen ist eine niedrige bis neutrale Korrelation zu traditionellen Aktienmärkten – insbesondere in Abschwungphasen. Entscheidend ist weniger die Performance im Aufschwung, sondern die Fähigkeit, Verluste zu dämpfen, wenn die Märkte fallen.
Absolute-Return-Bausteine haben in der Vergangenheit gezeigt, dass sie gerade in Stressphasen einen stabilisierenden Beitrag leisten können.
Ein Portfolio, das Marktregime aushält
Ein widerstandsfähiges Portfolio entsteht heute durch die gezielte Kombination marktneutraler Strategien, alternativer Risikoprämien, taktischer Modelle sowie klassischer Beta-Bausteine. Nicht das Festhalten an traditionellen Allokationsregeln bringt Stabilität, sondern ihre Weiterentwicklung: breitere Ertragsquellen, aktiv gesteuerte Korrelationen und strukturelle Robustheit über Marktregime hinweg.
Stable Alpha als Prinzip
„Stable Alpha“ ist kein Versprechen, sondern das Ergebnis einer konsistenten Architektur. Der DNB Fund Stable Alpha verfolgt diesen Ansatz, indem er zwölf überwiegend Alpha-getriebene Strategien in einem liquiden OGAW-Rahmen kombiniert. Ziel ist es, über Marktzyklen hinweg stabile, risikobereinigte Renditen zu erzielen – und Anlegern in einem unsicheren Marktumfeld unabhängige Ertragsquellen zu bieten.
9. Dezember 2025
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Dr.Malte Kirchner

Dr. Malte Kirchner, Head of German speaking Europe, bringt umfangreiche Berufserfahrung in leitenden Funktionen von Vermögensverwaltern mit. Bei der norwegischen Boutique DNB Asset Management S.A. verantwortet der langjährige Sales Spezialist die Betreuung und Gewinnung von Institutionellen- und Wholesale- Kunden.